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Faust in Bad Hersfeld II

Goethes Faust in Bad Hersfeld II - 57. Bad Hersfelder Festspiele, Eindrücke vom letzten Faust-Abend der Spielzeit 2007.S.F., 5.8.2007

Es ist ein ungewöhnlich kalter Sommerabend in der ehrwürdigen Stiftsruine in Bad Hersfeld und der Darsteller des Faust (Martin Reinke) muss sich einen Ruck geben, um die letzte Aufführung der Spielzeit zu beginnen. Gleich zu Anfang wird die traditionelle Erwartung der älteren Zuschauer enttäuscht, die Gustav Gründgens noch 'persönlich' kannten und Faust als einen beinahe überirdischen Genius dargestellt sehen wollen.

 

 

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Rom, den 30 Juni 1787
Rom, den 30. Juni.
Das große Fest St. Peter und Paul ist endlich auch herangekommen; gestern haben wir die Erleuchtung der Kuppel und das Feuerwerk vom Kastell gesehn. Die Erleuchtung ist ein Anblick wie ein ungeheures Märchen, man traut seinen Augen nicht.



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Rom, den 27. Juni 1787
Rom, den 27. Juni.     Ich war mit Hackert in der Galerie Colonna, wo Poussins, Claudes, Salvator Rosas Arbeiten zusammen hängen. Er sagte mir viel Gutes und gründlich Gedachtes über diese Bilder, er hat einige davon kopiert und die andern recht aus dem Fundament studiert. Es freute mich, daß ich im allgemeinen bei den ersten Besuchen in der Galerie eben dieselbe Vorstellung gehabt hatte. Alles, was er mir sagte, hat meine Begriffe nicht geändert, sondern nur erweitert und bestimmt.

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Rom, Ende Juni 1787
Rom, Ende Juni.
Ich habe mich in eine zu große Schule begeben, als daß ich geschwind wieder aus der Lehre gehen dürfte. Meine Kunstkenntnisse, meine kleinen Talente müssen hier ganz durchgearbeitet, ganz reif werden, sonst bring' ich wieder euch einen halben Freund zurück, und das Sehnen, Bemühen, Krabbeln und Schleichen geht von neuem an. Ich würde nicht fertig werden, wenn ich euch erzählen sollte, wie mir auch wieder alles diesen Monat hier geglückt ist, ja, wie mir alles auf einem Teller ist präsentiert worden, was ich nur gewünscht habe.


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Rom, den 20. Juni 1787
Rom, den 20. Juni.
Nun hab' ich hier schon wieder treffliche Kunstwerke gesehen, und mein Geist reinigt und bestimmt sich. Doch brauchte ich wenigstens noch ein Jahr allein in Rom, um nach meiner Art den Aufenthalt nutzen zu können, und ihr wißt, ich kann nichts auf andre Art. Jetzt, wenn ich scheide, werde ich nur wissen, welcher Sinn mir noch nicht aufgegangen ist, und so sei es denn eine Weile genug.



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Am 19. Juni...
Am 19. Juni 1799, als ich zu später Abendzeit bei der in eine klare Nacht übergehenden Dämmerung mit einem Freunde im Garten auf- und abging, bemerkten wir sehr deutlich an den Blumen des orientalischen Mohns, die vor allen andern eine sehr mächtig rote Farbe haben, etwas Flammenähnliches, das sich in ihrer Nähe zeigte.


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Rom, den 16. Juni 1787
Rom, den 16. Juni
Laßt mich auch wieder, meine Lieben, ein Wort zu euch reden. Mir geht es sehr wohl, ich finde mich immer mehr in mich zurück und lerne unterscheiden, was mir eigen und was mir fremd ist. Ich bin fleißig und nehme von allen Seiten ein und wachse von innen heraus. Diese Tage war ich in Tivoli und habe eins der ersten Naturschauspiele gesehen. Es gehören die Wasserfälle dort mit den Ruinen und dem ganzen Komplex der Landschaft zu denen Gegenständen, deren Bekanntschaft uns im tiefsten Grunde reicher macht.


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Tagebuch 9. Juni 2007

Wer sich  länger als drei Tage mit Goethes "Faust" befasst und nicht nur die Handlung, die Figuren und die gängigsten Schulerklärungen über Goethes Hauptwerk zur Kenntnis nimmt, befindet sich schnell auf hoher See und im offenen Meer. Die Faust-Interpretationen sind - neben einigen unstrittigen Daten und Fakten zur Entstehung des Dramas - so verschieden und vielfältig wie die Interpreten.


 

 

 

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Neapel, den 18. Mai 1787
Neapel, den 18. Mai 1787.
Tischbein, der nach Rom wieder zurückgekehrt ist, hat, wie wir merken, hier in der Zwischenzeit so für uns gearbeitet, daß wir seine Abwesenheit nicht empfinden sollen. Er scheint seinen sämtlichen hiesigen Freunden so viel Zutrauen zu uns eingeflößt zu haben, daß sie sich alle offen, freundlich und tätig gegen uns erweisen, welches ich besonders in meiner gegenwärtigen Lage sehr bedarf, weil kein Tag vergeht, wo ich nicht jemand um irgendeine Gefälligkeit und Beistand anzurufen hätte. Soeben bin ich im Begriff, ein summarisches Verzeichnis aufzusetzen von dem, was ich noch zu sehen wünschte; da denn die Kürze der Zeit Meisterin bleiben und andeuten wird, was denn auch wirklich nachgeholt werden könne.

Goethe: Italienische Reise, S. 520, vgl. Goethe-HA Bd. 11, S. 324 ff

 
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