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Walpurgisnacht* PDF Drucken E-Mail

(21.) Zu Beginn der von Goethe im Jahr 1800/1801 verfassten Szene "Walpurgisnacht" befinden sich Faust und Mephisto im Harzgebirge auf dem Weg zur Hexenparty auf dem Brocken (Blocksberg). Es ist Abend und die Stimmung der beiden Wanderer ist winterlich.

Sogar der Teufel friert und schimpft über die schlechte Sicht auf den Weg. Faust hingegen ist gut gelaunt und wirkt jugendlich optimistisch, während sein Begleiter ein Irrlicht herbeiruft, um den Anstieg zum Berggipfel zu beleuchten.

Im selben Moment jedoch verändert sich die Szene und die Naturkulisse beginnt sich um die beiden Besucher herum zu drehen. Der ganze Berg kommt in Bewegung und alle Lebewesen scheinen zu Beginn der Hexennacht aufzuwachen. Mephisto weist Faust auf seltsame Naturerscheinungen hin: Ein Vulkan scheint ausgebrochen und speit aus der Tiefe pures Gold, ein schweres Unwetter kommt auf und in das Brausen des Sturms mischt sich der Gesang der Hexen und Hexenmeister, die einen bizarren Dialog führen.

Der Teufel hat Mühe, seinen Begleiter im chaotischen Gedränge der Hexenparty nicht zu verlieren. Faust seinerseits ist sehr zufrieden mit dem nächtlichen Ausflug auf den Brocken. Er erhofft sich neue Erkenntnisse über Wesen und Qualität des Bösen, während Mephisto ihn auffordert, sich endlich einmal wieder zu amüsieren und das große Hexenfest zu genießen.

Indem beide in der Walpurgisnacht auf ehemals berühmte Persönlichkeiten treffen (ein General, ein Minister, ein Parvenu und ein Autor haben sich auf dem Blocksberg eingefunden), scheint von deren beispielhaftem Absturz nicht so sehr Faust betroffen, sondern vielmehr der Teufel selbst. Mephistopheles hat das Gefühl, selbst schon zum alten Eisen zu gehören.

Passend zur Identitätskrise des Teufels bietet eine Trödelhexe die Werkzeuge vergangener Verbrechen zum Kauf an und Mephisto warnt Faust eindringlich davor, sich mit der magisch schönen biblischen Urfrau Lilith einzulassen, die  ebenfalls auf der Blocksbergparty auftaucht.

Beide tanzen stattdessen mit einer jungen und einer alten Hexe. Ein Intellektueller tritt auf und erklärt das ganze Hexenfest sei nur ein Produkt des Aberglaubens und der dichterischen Phantasie, welches die Festteilnehmer aber nicht interessiert.   Die gute Stimmung des Faust wird jäh gebrochen, als er in der Ferne sein Gretchen zu erkennen glaubt, welches bereits die Zeichen des Todes trägt. Die Hexenparty aber ist noch nicht zu Ende und Faust und Mephisto sind weiter eingeladen, sich zu amüsieren.

(c) sfu-online 2007
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