Torbole, den 12. September, nach Tische. Wie sehr wünschte ich meine Freunde einen Augenblick neben mich, daß sie sich der Aussicht freuen könnten, die vor mir liegt! Heute abend hätte ich können in Verona sein, aber es lag mir noch eine herrliche Naturwirkung an der Seite, ein köstliches Schauspiel, der Gardasee, den wollte ich nicht versäumen, und bin herrlich für meinen Umweg belohnt. |
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Ich bin in der Stadt herumgegangen, die uralt ist und in einigen Straßen neue wohlgebaute Häuser hat. In der Kirche hängt ein Bild, wo das versammelte Konzilium einer Predigt des Jesuitengenerals zuhört. Ich möchte wohl wissen, was er ihnen aufgebunden hat. Die Kirche dieser Väter bezeichnet sich gleich von außen durch rote Marmorpilaster an der Fassade; ein schwerer Vorhang schließt die Türe, den Staub abzuhalten. Ich hob ihn auf und trat in eine kleine Vorkirche; die Kirche selbst ist durch ein eisernes Gitter geschlossen, doch so, daß man sie ganz übersehen kann. Es war alles still und ausgestorben, denn es wird hier kein Gottesdienst mehr gehalten. Die vordere Türe stand nur auf, weil zur Vesperzeit alle Kirchen geöffnet sein sollen. Wie ich nun so dastehe und der Bauart nachdenke, die ich den übrigen Kirchen dieser Väter ähnlich fand, tritt ein alter Mann herein, das schwarze Käppchen sogleich abnehmend. Sein alter, schwarzer, vergrauter Rock deutete auf einen verkümmerten Geistlichen; er kniet vor dem Gitter nieder und steht nach einem kurzen Gebet wieder auf. (...) |
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"Goethe und Italien" Eine "Bildbetrachtung und Auszüge aus Goethes „Italienischer Reise“ boten Rita Sauer (das Städel, Frankfurt am Main) und ihr Sohn am 30.August 2007 im Frankfurter Städel-Museum. Johann Wolfgang Goethe ist mit 'italienischen Bildern' und Sehgewohnheiten bereits aufgewachsen und die Italienreisen, die er ab 1787 unternahm, waren zugleich Fortsetzung wie Realisierung einer Italien-Sehnsucht, die das deutsche Bildungsbürgertum zur Goethe-Zeit ergriffen, tatsächlich aber schon im 17. Jahrhundert begonnen hatte. |
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Goethes Faust I in Frankfurt 31.8.2007 (Gastspiel Deutsches Theater Berlin, Michael Thalheimer, Inszenierung aus dem Jahr 2004, im Rahmen der " goetheffm "-Festwoche von schauspielfrankfurt Aug./Sept.2007): Eigentlich könnte es ein interessanter Theaterabend werden. ... > weiter
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(...) Doch ich sollte das Glück, mich ihr zu nähern, nicht lange entbehren. Man hatte jenen Liebenden, dessen poetischer Sekretär ich geworden war, glauben gemacht, der in seinem Namen geschriebene Brief sei wirklich an das Frauenzimmer abgegeben worden, und zugleich seine Erwartung aufs äußerste gespannt, daß nun bald eine Antwort darauf erfolgen müsse. Auch diese sollte ich schreiben, und die schalkische Gesellschaft ließ mich durch Pylades aufs inständigste ersuchen, allen meinen Witz aufzubieten und alle meine Kunst zu verwenden, daß dieses Stück recht zierlich und vollkommen werde.
In Hoffnung, meine Schöne wiederzusehen,
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(...) Um drei Uhr morgens heftiger Sturm. Im Schlaf und Halbtraum setzte ich meine dramatischen Plane fort, indessen auf dem Verdeck große Bewegung war. Die Segel mußten eingenommen werden, das Schiff schwebte auf den hohen Fluten. Gegen Anbruch des Tages legte sich der Sturm, die Atmosphäre klärte sich auf. Nun lag die Insel Ustica völlig links. Eine große Schildkröte zeigte man uns in der Weite schwimmend, durch unsere Fernröhre als ein lebendiger Punkt wohl zu erkennen. Gegen Mittag konnten wir die Küste Siziliens mit ihren Vorgebirgen und Buchten ganz deutlich unterscheiden, aber wir waren sehr unter den Wind gekommen, wir lavierten an und ab. Gegen Nachmittag waren wir dem Ufer näher. Die westliche Küste vom Lilybäischen Vorgebirge bis Capo Gallo sahen wir ganz deutlich, bei heiterem Wetter und hell scheinender Sonne. Eine Gesellschaft von Delphinen begleitete das Schiff an beiden Seiten des Vorderteils und schossen immer voraus. Es war lustig anzusehen, wie sie bald, von den klaren durchscheinenden Wellen überdeckt, hinschwammen, bald mit ihren Rückenstacheln und Floßfedern, grün- und goldspielenden Seiten sich über dem Wasser springend bewegten.(...)
Goethe: Italienische Reise, Sonntag, den 1. April 1787.S. 361 ff. vgl. Goethe-HA Bd. 11, S. 226 ff.
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schauspielfrankfurt.de: "
Faust. Der Tragödie Erster und Zweiter Teil von Johann Wolfgang Goethe Gastspiel Deutsches Theater Berlin Faust I: 31.8.2007 Großes Haus; 20.00 Uhr Faust II: 2.9.2007; Goßes Haus; 20.00 Uhr
Regie: Michael Thalheimer / Bühne: Olaf Altmann / Kostüme: Michaela Barth / Musik: Bert Wrede / Darsteller Faust I: Ingo Hülsmann, Horst Lebinsky, Sven Lehmann, Peter Pagel, Isabel Schosnig, Henning Vogt, Regine Zimmermann Dauer 2 Stunden
Darsteller Faust II: Gabor Biedermann, Michael Gerber, Nina Hoss, Ingo Hülsmann, Jürgen Huth, Christine Schorn / Inge Keller, Ole Lagerpusch, Horst Lebinsky, Sven Lehmann, Peter Pagel, Henning Vogt, Regine Zimmermann Dauer 1 Stunde 50 Minuten
Ein »Wust missverstandener Wissenschaft, bürgerlicher Beschränktheit, sittlicher Verwirrung, abergläubischen Wahns« – so nannte Goethe selbst die Welt von Faust. Wie ist es also zu erklären, dass eine ganze Nation sich zunehmend mit diesem Charakter identifi zierte – im Wandel der Zeiten, in immer anderen, neuen Zusammenhängen? Schelling nannte Doktor Faustus zu Beginn des 19. Jahrhunderts »unsere mythologische Hauptperson«: »Andere teilen wir mit anderen Nationen, diesen haben wir ganz für uns allein, da er recht aus der Mitte des deutschen Charakters und seiner Grundphysiognomie wie geschnitten ist.«
»Zum ersten Mal seit Max Reinhardts Interpretation 1911 hat das Deutsche Theater nun wieder einen kompletten Faust im Programm – und was für einen! Michael Thalheimer zeigt die bildertrunkene, zitatenselige Bildungsreise durch die Hoffnungen, Ideen und Ängste der Menschheit als grandioses Endspiel, in dem es keine Gewinner gibt.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
»Wir sehen faszinierendes Menschen- und Schauspielertheater ohne großen Szenenaufwand und äußerlichen Bühnenzauber, und das ganz aus der atmosphärischen Musik von Bert Wrede, vor allem aber aus der Sprache lebt. Wie hier Goethes Text von innen heraus belebt wird, das ergibt eine elektrisierende sinnliche und intellektuelle Erfrischung.« (Deutschlandfunk)" Quelle: schauspielfrankfurt.de |
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schauspielfrankfurt.de kündigt an :
"goethe ffm"...eine Goethe-Festwoche in Frankfurt am Main vom 28. August – 2. September 2007:
"Goethes Geburtstag am 28. August wird ab 2008 Anlass eines zweijährlichen Festivals sein. Die Einweihung des Goethe-Denkmals auf dem Goetheplatz am 28. August 2007 wird in diesem Jahr den Auftakt bilden. An diesem Tag eröffnen die Stadt Frankfurt, schauspielfrankfurt und das Freie Deutsche Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum eine Festwoche mit zwei Theaterpremieren, drei Goethe-Inszenierungen, Lesungen, einer Ausstellung zu Goethes Faust und einem Symposium. Thematischer Schwerpunkt des Symposiums wird Goethes Roman »Die Wahlverwandtschaften« sein, der zugleich in einer Bühnenbearbeitung zu Beginn der Festwoche im Großen Haus zur Premiere gelangen wird. In Vorträgen und Podiumsdiskussionen soll innerhalb des Symposiums der Frage nachgegangen werden, inwieweit Goethes Roman heute noch Anknüpfungspunkte für das Denken über Logik und Moralität von Liebesbeziehungen bietet./ goethe ffm ist eine Kooperation zwischen schauspielfrankfurt, Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum und Stadt Frankfurt / Mit freundlicher Unterstützung der DZ BANK AG." Quelle: schauspielfrankfurt.de *** 17.07.2007 Goethe ffm  
Frankfurt widmet dem Dichter ein eigenes Festival"Rund um Goethes Geburtstag am 28. August sind in diesem Jahr neben der feierlichen Enthüllung des restaurierten Goethedenkmals eine Ausstellung im Goethe-Museum, Theater-Aufführungen, ein literarischer Spaziergang und weitere Aktivitäten geplant. Ab 2008 soll die Festwoche im Rhythmus von zwei Jahren stattfinden. Frankfurt am Main (pia) Goethe in Frankfurt noch bekannter machen? Das klingt beinahe so, als wolle man Eulen nach Athen tragen. Aber, so meint Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth, man könne doch noch mehr im öffentlichen Bewusstsein verankern, in welchem Maße "dieser universelle Denker seine Heimatstadt intellektuell geprägt hat". Zwar pflegte der Dichter zu seinem Geburtsort ein eher ambivalentes Verhältnis - mal war und blieb Frankfurt für ihn "das Nest", mal "stickt" es seiner Meinung nach "voller Merkwürdigkeiten" - aber das soll 175 Jahre nach seinem Tod verziehen sein. Und so will man den "großen Sohn" in diesem Jahr und dann vom kommenden Jahr 2008 an im Rhythmus von zwei Jahren regelmäßig mit einem eigenen Festival würdigen." (Quelle: pia / Lore Kämper) >>> weiter ... |
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Den 1. August 1787 Den ganzen Tag fleißig und still wegen der Hitze. Meine beste Freude bei der großen Wärme ist die Überzeugung, daß ihr auch einen guten Sommer in Deutschland haben werdet. Hier das Heu einführen zu sehen, ist die größte Lust, da es in dieser Zeit gar nicht regnet und so der Feldbau nach Willkür behandelt werden kann, wenn sie nur Feldbau hätten.
Abends ward in der Tiber gebadet, in wohlangelegten, sichern Badhäuschen; dann auf Trinità de' Monti spaziert und frische Luft im Mondschein genossen. Die Mondscheine sind hier, wie man sie sich denkt oder fabelt. Der vierte Akt von »Egmont« ist fertig, im nächsten Brief hoff' ich dir den Schluß des Stückes anzukündigen.
Goethe: Italienische Reise, S. 617 ,vgl. Goethe-HA Bd. 11, S. 382
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