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den 7. September

Mittenwald, den 7. September, abends.

Es scheint, mein Schutzgeist sagt Amen zu meinem Kredo, und ich danke ihm, der mich an einem so schönen Tage hierher geführt hat. Der letzte Postillon sagte mit vergnüglichem Ausruf, es sei der erste im ganzen Sommer. Ich nähre meinen stillen Aberglauben, daß es so fortgehen soll, doch müssen mir die Freunde verzeihen, wenn wieder von Luft und Wolken die Rede ist.
    Als ich um fünf Uhr von München wegfuhr, hatte sich der Himmel aufgeklärt. An den Tiroler Bergen standen die Wolken in ungeheuern Massen fest. Die Streifen der untern Regionen bewegten sich auch nicht. Der Weg geht auf den Höhen, wo man unten die Isar fließen sieht, über zusammengeschwemmte Kieshügel hin. Hier wird uns die Arbeit der Strömungen des uralten Meeres faßlich. In manchem Granitgeschiebe fand ich Geschwister und Verwandte meiner Kabinettsstücke, die ich Knebeln verdanke.
    Die Nebel des Flusses und der Wiesen wehrten sich eine Weile, endlich wurden auch diese aufgezehrt.

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den 6. September
Den fünften September halb ein Uhr Mittag reiste ich von Regensburg ab. Bei Abach ist eine schöne Gegend, wo die Donau sich an Kalkfelsen bricht, bis gegen Saale. Es ist der Kalk wie der bei Osteroda am Harz, dicht, aber im ganzen löcherig. Um sechs Uhr morgens war ich in München, und nachdem ich mich zwölf Stunden umgesehen, will ich nur weniges bemerken. In der Bildergalerie fand ich mich nicht einheimisch; ich muß meine Augen erst wieder an Gemälde gewöhnen. Es sind treffliche Sachen. Die Skizzen von Rubens von der Luxemburger Galerie haben mir große Freude gemacht.
    Hier steht auch das vornehme Spielwerk, die Trajanische Säule in Modell. Der Grund Lapislazuli, die Figuren verguldet. Es ist immer ein schön Stück Arbeit, und man betrachtet es gern.


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den 3. September 1787 - II

    Regensburg liegt gar schön. Die Gegend mußte eine Stadt herlocken; auch haben sich die geistlichen Herren wohl bedacht. Alles Feld um die Stadt gehört ihnen, in der Stadt steht Kirche gegen Kirche und Stift gegen Stift. Die Donau erinnert mich an den alten Main. Bei Frankfurt haben Fluß und Brücke ein besseres Ansehn, hier aber nimmt sich das gegenüberliegende Stadt am Hof recht artig aus.    > weiter


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den 3. September 1787


Den 3. September 1786. (Karlsbad bis auf den Brenner)

Früh drei Uhr stahl ich mich aus Karlsbad, weil man mich sonst nicht fortgelassen hätte. Die Gesellschaft, die den achtundzwanzigsten August, meinen Geburtstag, auf eine sehr freundliche Weise feiern mochte, erwarb sich wohl dadurch ein Recht, mich festzuhalten; allein hier war nicht länger zu säumen. Ich warf mich ganz allein, nur einen Mantelsack und Dachsranzen aufpackend, in eine Postchaise und gelangte halb acht Uhr nach Zwota, an einem schönen stillen Nebelmorgen. Die obern Wolken streifig und wollig, die untern schwer. Mir schienen das gute Anzeichen. Ich hoffte, nach einem so schlimmen Sommer einen guten Herbst zu genießen. Um zwölf in Eger, bei heißem Sonnenschein; und nun erinnerte ich mich, daß dieser Ort dieselbe Polhöhe habe wie meine Vaterstadt, und ich freute mich, wieder einmal bei klarem Himmel unter dem funfzigsten Grade zu Mittag zu essen. > weiter

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Girgenti*
Girgenti, den 26. April 1787 (...) In dem weiten Raume zwischen den Mauern und dem Meere finden sich noch die Reste eines kleinen Tempels, als christliche Kapelle erhalten. Auch hier sind Halbsäulen mit den Quaderstücken der Mauer aufs schönste verbunden, und beides, ineinander gearbeitet, höchst erfreulich dem Auge. Man glaubt genau den Punkt zu fühlen, wo die dorische Ordnung ihr vollendetes Maß erhalten hat.

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...was die Welt im Innersten zusammenhält I
Texte von J.W. Goethe im Deutschunterricht der Fachoberschule zu interpretieren, erscheint im ersten Versuch als  eine besonders schwierige und eigentlich nicht mehr zeitgemäße Aufgabe. Wer aber das Wagnis eingeht und sich zum zweiten Mal z. B. mit dem “Faust” befasst, stellt fest, dass Goethes Themen eindrucksvoll, vielfarbig und lebendig sind.

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"Dinge, die noch nicht da sind" - Werner Fritschs Vortrag über "Faust Sonnengesang" Frankfurt 2009

"Dinge, die noch nicht da sind" - Werner Fritschs Vortrag über "Faust Sonnengesang" Frankfurt 2009, Frankfurt am Main 11.2.2009, S.F.: Werner Fritsch,1960 in Waldsassen/Oberpfalz geboren, veröffentlichte 1987 seinen Roman "Cherubim" und arbeitet 2009 an seinem Filmprojekt "Faust Sonnengesang".


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Die neue Melusine I
(...) Eines Abends, als ich in das Posthaus eines kleinen Städtchens trat und eben nach meiner hergebrachten Weise verfahren wollte, rasselte gleich hinter mir ein schöner zweisitziger Wagen, mit vier Pferden bespannt, an der Türe vor. Ich wendete mich um und sah ein Frauenzimmer allein, ohne Kammerfrau, ohne Bedienten. Ich eilte sogleich, ihr den Schlag zu eröffnen und zu fragen, ob sie etwas zu befehlen habe. Beim Aussteigen zeigte sich eine schöne Gestalt, und ihr liebenswürdiges Gesicht war, wenn man es näher betrachtete, mit einem kleinen Zug von Traurigkeit geschmückt. Ich fragte nochmals, ob ich ihr in etwas dienen könne.
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Spiegelungen - Willy Pramls Amphitryon Frankfurt 2007/2008 II

Frankfurt am Main, den 7.12.2008, S.F.:  Heinrich von Kleists Amphitryon in der Inszenierung von Willy Praml (Jupiter/Merkur: Michael Weber, Amphitryon: Reinhold Behling/Willy Praml, Sosias: Tim Stegemann, Alkmene: Birgit Heuser, Charis: Gabriele Maria Graf) beginnt in Frankfurt 2008 nach der Liebesnacht des Gottes Jupiter mit Amphitryons Gattin Alkmene: Das Bett ist schmal und kurz, aber die Liebe scheint göttlich und grenzenlos.

Draußen, hinter einer dauernd eingesetzten Bühnenglaswand, bemüht sich ein bewaffneter antiker Krieger um Annäherung an die Szene, muss aber auf der Stelle treten. Nach ihm werden im Verlauf des Theaterabends noch andere an dieser unsichtbar sichtbaren Wand scheitern und deshalb beinahe dem Wahnsinn verfallen. Als erstes trifft es Amphitryons Diener Sosias,

 

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